Zum 100-jährigen Jubiläum der Rätsel um den mysteriösen Vorfall in Sibirien, dem so genannten „Tunguska-Ereignis“, lassen wir die Dinge eines der größten Rätsel des 20. Jahrhunderts noch mal Revue passieren.
Vor ganz genau 100 Jahren, am 30. Juni 1908 um 7:15, sind rund 60 Millionen Bäume umgeknickt, ein Jäger wurde auf der Jagd von einer enormen Druckwelle gegen einen Baum geschleudert und starb, und ein riesiger Feuerball stieg über dem Schauplatz inmitten des kalten Sibiriens auf.

Nicht nur der Jäger und etliche, auf 2000km² verteilte, Tiere haben das große Ereignis am Montag morgen bemerkt. Es gibt etliche Augenzeugen die von einer, teils von mehreren Explosionen im Zeitraum von 7:00 Uhr bis 7:30 Uhr berichten. Auch 500km entfernte Personen berichteten von einer starken Druckwelle und einer heftigen Erschütterung.
Doch was verursacht eine solch gewaltige Explosion inmitten der Tundra Sibiriens? Über diese Frage streitet man sich nun auch schon seit 100 Jahren fast so heftig, wie über die Echtheit von Elvis’ Tod. Es wurden etliche Theorien aufgestellt und wild spekuliert. Meteoriten, Kometen, Eisenasteroiden und, und, und. Es kommt halt nicht immer nur das Gute von oben. Manche Experten verließen auch den Weltraumbereich und wechselten zum irdischen Ursachengebiet, wie der unkontrollierte Austritt von Erdgas und dessen plötzliche Entzündung.
Erst 19 Jahre später machte sich ein italienisches Forschungsteam unter der Leitung von Professor Kulik auf den Weg zum Ort des Geschehens und war sicher, die Ursache für die vernichtende Explosion, die Kraft von ca. 1150 Atombomben aufbrachte, zu finden.
Fehlanzeige. Kulik sog sich zwar notgedrungen Indizien für seine Einschlagtheorie aus den Fingern, doch stichfeste Beweise konnte er nicht mit nach Hause bringen. Also ging die Diskussion um die Ursache von Vorne los und endete bis heute nicht.
Im Laufe des Jahrhunderts wagten sich immer wieder Forscher an den mysteriösen Ort um Partikelproben zu nehmen, irgendwelche, für den Ottonormalverbraucher irrelevanten, Werte zu messen oder sonst teures Equipment, das sonst nur im Forschungslabor rum steht, im tiefsten Sibirien mal auf Tauglichkeit zu prüfen.
Alle sichergestellten Partikel wie Diamantenstaub, Graphitpartikel, Nickelkörnchen und andere Metalle, erhärteten den Verdacht auf einen Meteoriteneinschlag. Als dann noch im Jahre 2007 ein Italienisches Forschungsteam einen 8km vom Epizentrum entfernten See, als Krater eines Meteoriteneinschlags identifizierte, wurde von anderen Theorien, die nichts mit fremden Objekten aus dem All zu tun haben, abgelassen.
Fortsetzung folgt: Im Jahre 2006 wurde ein Ufoabsturz als Auslöser für einen Waldbrand in Sibirien genannt.
Der Mystery-Faktor ist groß, die Erklärungen nicht ausreichend. Vielleicht ist wirklich „nur“ ein fliegender Himmelskörper einmal falsch abgebogen oder hat die Handbremse nicht gefunden. Aber vielleicht ist auch das Navi eines Raumschiffs à là „Star-Treck“ ausgefallen. Naja, auf jeden Fall wünsche ich alles Gute zum 100-Jährigen.