Schneller, höher, Weidner – Rezension

Rhetorischer und sinnlicher Tiefgang bis auf den Grund. Klirrende Gitarren und eine unverkennbare Stimme – Das ist der neue alte Weidner, der nun mit dem Pseudonym „Der W“ unterwegs ist. Der ex-Sänger und Gitarrist (später Bassist) der 2005 aufgelösten Kultband „Böhse Onkelz“, begann in diesem Jahr seine lang ersehnte Solokarriere mit dem 14 Songs-starken Album „Schneller, höher, Weidner“.

Musikalisch wie textlich erinnert die Platte stark an die Musik der Onkelz – Schneller Rock mit harten Riffs und dominanten Gitarren, als auch einfühlsame, langsame Stücke. In beiden Varianten kommt der Text jedoch nicht zu kurz. Kein Stück ist ohne Hintergrund, ohne weiteren Sinn. Selbst wenn es in den Songs heißt: Bitte toete mich… [] reiß mir mein Herz aus“ ist dies kein sinnlos dahergeredeter Humbug.

Halt ganz á la „Böhse Onkelz“. Jeder Deutschrock-Nostalgiker kann den Erinnerungen an die Zeit der Onkelz wieder freien Lauf lassen, die knapp 25 Jahre Bandaktivität waren noch nicht genug für Stephan Weidner. Das zeigt er auch in diesem Album. Die nötige Erfahrung im Songwriting hat er ja schon aus den Onkelz-Zeiten.

Trotzdem ließ er sich mit der Produktion seines ersten Soloalbums die nötige Zeit um die alteingesessenen Fans nicht zu enttäuschen. Dies gelang ihm auch: Die erste Single „Geschichtenhasser“ repräsentiert Stil und Qualität, zeigt die Richtung an in die es auf dieser Platte geht.

Jeder Onkelz-Fan der dieses Album ohne Vorwarnung zwischen die Finger, bzw. in den CD-Player bekommt, wird wohl an die Reinkarnation einer der erfolgreichsten und gleichzeitig umstrittensten deutschen Rockbands glauben.

Auch wenn „Der W“ nie einen Schulabschluss erwarb – Das rocken hat er gelernt.

Anspieltipps:

  • Geschichtenhasser
  • Mein bester Feind
  • Bitte töte Mich
  • Zwischen Traum und Paralyse
  • Ein Lied für meinen Sohn

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