Liedtexte sorgen für (Auf)Regung!

Die Zeiten, als noch geistig „anspruchsvolle“ Liedtexte zu Hits wurden, sind vorbei.

Mit dieser klaren Aussage treten wir einem Zeitalter der provokanten Liedtexte entgegen, in dem offensichtliche Anspielungen auf sexuelle Handlungen zu Verkaufsschlagern werden. Vor Jahren hätten solche Texte für schiere Aufregung gesorgt und wären von der Bildfläche verschwunden, da die Öffentlichkeit provokante Texte ablehnte. Texte wie „One night with you boy, just one night with you .. []… all the things we could do…[]”, aus Ashley Tisdale’s Hit „He Said She Said“ aus dem Jahr 2007 hätten in der breiten Mehrheit keine Chance gehabt. Das Lied sowie das komplette Album Tisdale’s erzählt eine Anekdote die ihr Leben widerspiegeln soll.

Erlauben also die Texte Schlussfolgerungen über ihren Lebensstil im Bezug auf Sexualität, wenn die Songs Geschichten über sie erzählen sollen? Imageschädigung auf ganzer Linie würde dies bedeuten. Sowas hätte sich der vorzeige Saubermann-Verein “Walt Disney” niemals ins Haus geholt. Doch wenn nur aus kommerziellen Gründen anstößige Texte gesungen werden, warum kauft die Gesellschaft diese CD’s, wenn man früher solche Produktionen lieber hätte schnell unter’m Tisch verschwinden lassen? Lässt dies auf geistige Abstumpfung durch Massenmedien schließen? Oder ist es einfach eine neue Stilrichtung einer „alternativen“ Lebensweise, die Keuschheit und Zölibat als Auslaufmodel betrachtet, Sex als geläufigen Spaßfaktor?

Ein weiteres Beispiel für offensive Musiktexte finden wir in Britney Spear’sHit me Baby one more time“. Lässt man den Refrain Rückwärts abspielen, so kann man die Worte „Sleep with me I’m not too young“ erkennen. Zwar ein gut Versteckter Vers, den man nicht direkt erkennt, doch ist dies noch im Definitionsbereich des guten Geschmacks?

Konservativ eingestellte Musikliebhaber werden jetzt eindeutig den Kopf schütteln, doch sehen es die jungen Liberalen genau so?

Man könnte es als Zeichen der Zeit deuten. Zwar gab es Prostituierte schon in der Bibel, doch ist der gesamte Umgang mit Sexualität lockerer geworden. Tendenz steigend.

Wenn die offensive Wortwahl aus kommerziellen Gründen genutzt wird: Warum haben die obig genannten Interpreten so großen Erfolg mit ihrer Musik? Deutsche Interpreten die sich einer offensiven Wortwahl bedienen wie die Berliner Rapper „Sido“ oder „Bushido“, haben nur bedingten nationalen Erfolg, während Spears und Tisdale in ganz Europa und den USA bekannt und erfolgreich sind.

Die Tatsache das Ashley Tisdale eine zweite, entschärfte Version des Songs „He Said She Said“ aufnahm, um ihre Musik für den amerikanischen „Disney Channel“ zu adaptieren, könnte vermuten lassen das die sexuell orientierte Wortwahl nicht im Vordergrund stand. Und das Faktum, das man nur anstößige Phrasen in Spear’s Hit hören kann, wenn man ihn Rückwarts abspielt, lässt auch auf einen Zufall schließen.

Doch finde ich die Frage, ob die mentale Stärke der Menschen allgemeint zurückgeht, sehr interessant. Und ob die Massenmedien als Hauptkausal dafür verantwortlich gemacht werden können, ist eine Frage, die viel Raum für Diskussion lässt.

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