Viele Buttons, unübersichtliche Menüführung und jede Menge Zeug zum einstellen, von denen man im Grunde keine Ahnung hat – Diese Szenen spielen sich bei tausenden IRC-Usern täglich ab, die von einem komfortablen Relay-Chat eigentlich nichts weiter erwarten als Simplizität und Funktionalität. Den Versuch, dem ottonormal IRC’ler die Bedienung zu erleichtern und für mehr Spaß im Internet-Relay-Chat-Client zu sorgen, geht nun der neue IRC-Client Nettalk an. Zwar gibt es bereits kostenpflichtige Clients, doch fehlte in der Freeware-Abteilung bisher ein Programm, welches mit den zu bezahlenden Artgenossen mithalten kann.
Nettalk 6 heißt das gute Stück, das sich selbst leistungsstark und komfortabel nennt. Interessante Features gibt es oben drauf: Vollständige Script-, sowie Pluginunterstützung, automatische Befehls-, und Nick-Vervollständigung, beliebig viele Parallelverbindungen, Rechtschreibkorrektur und vieles mehr. Obendrein soll das Ganze noch Werbe und Spyware-frei sein! Ob das Programm wirklich hält was es verspricht, oder mit großen Zahlen und vielen Features blendet, haben wir genauer unter die Lupe genommen.
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Nach dem Download der kleinen .exe (~3MB) von einem der vier offiziellen Downloadservern, ist die Installation ebenso so blitzschnell erledigt wie das Runterladen. Das Setup ist schnell durchgeklickt und innerhalb einer Minute befindet sich Nettalk 6 auf unserer Festplatte.
Schon kann’s losgehen: Nettalk 6 angeschmissen und kinderleicht einen Server aus der eher
üppigen Liste ausgewählt oder die gewünschte IP eingegeben – Und auf ins Vergnügen. Im nächsten Schritt nur noch schnell den eigenen Nicknamen angegeben und optional eine USER-ID und Passwörter für ID und Server.
Wir nehmen die schnelle Variante und connecten nur mit Nicknamen auf den allseits bekannten QuakeNet Server (irc.quakenet.org). Das ging schnell! Innerhalb weniger Sekunden befinden wir uns auf dem Server und können nun, mit wenigen Klicks, in einen der unzähligen Channel joinen. Entweder über die innovative Räume-Liste, die direkt in der schlichten und kleinen Menüleiste aushängt, und in der alle derzeit offenen Channel im QuakeNet aufgeführt sind (Ja das sind
ziemlich viele und es gibt leider keine Filtermöglichkeit), oder über den simplen „/join CHANNELNAME“ Befehl, halt wie im richtigen IRC! Hierbei hilft die Befehlsvervollständigung prima! Aus dem von uns eingetippen „/joi #haiCon“, formt Nettalk automatisch den „/join #haiCon“ Befehl. So haben auch die Schreibfaulen unter uns das Leben leichter: Meist reichen halbe Befehle die das Programm automatisch erkennt und verbessert. Ruck-zuck betreten wir die gute Stube und es fällt sofort positiv auf: Die Userliste des Channels ist in Nettalk endlich breiter skaliert, sodass man auf einen Blick den kompletten
Namen des jeweiligen Users erkennen kann, und nicht nur das Prefix und die ersten 2-3 Buchstaben!
Brennnessell, Brennesssel, oder Brennnessel?!
Wir alle haben Wörter die uns schwer fallen richtig zu buchstabieren und zu schreiben – Da soll die Rechtschreibkorrektur Abhilfe verschaffen. Doch leider tut sie dies nicht so wie man sich das
vorstellen würde: Statt uns bei der Eingabe von „Brenessel“ das richtige Wort „Brennnessel“ anzubieten, versucht uns Nettalk das Attribut „breitschultrigen“ anzudrehen. Zwar mag dies auf die Türsteher der nächsten Disco zutreffen, doch mit der Rechtschreibung einer unangenehm brennenden Pflanze hat das nichts zu tun.
Von diesem kleinen Dämpfer im Versuch, so fehlerfrei und einfach wie möglich durch das QuakeNet zu streifen, lassen wir uns nicht abbremsen und beschließen nun, uns auf einen weiteren Server zu verbinden um noch mehr Spaß zu haben. Auch in Sachen Parallelverbindungen ist Nettalk unkompliziert und zuverlässig. Mit genau 2 Klicks haben wir die Verbindung zu einem weitern Server aufgebaut.
Nicht nur User haben es angenehmer.
Auch Channel-Admins können sich nun unkompliziert und schnell „Shortcuts“ für diverse

Befehle wie „Kick“, „Bann“ und viele weitere anlegen. So kann beispielsweise nach
entsprechender Einstellung, einen User nur noch mit „/k User“ anstatt „/kick User“ unsanft aus dem Channel entfernen. Gut: Benutzerfreundliche Makroprogrammierung bietet auch IRC-Neulingen die Chance, sich schnell persönliche Shortcuts
einzustellen.
Muss…. scripten!
Auch die Script-Verrückten unter uns werden bedient: Eine moderat und unspektakulär gestaltete Scriptfunktion bietet auch denen Spaß, die gern mal in die Tasten hauen um ihr IRC individuell zu modifizieren. Befehle ins leere Textfeld rein und fertig – Jedoch nichts für Einsteiger.
Fazit: Nettalk 6 ist der IRC-Client der wie alle seine (kostenpflichtigen) Artgenossen auf Ordnung und Simplizität setzt. Sehr gut gelungen sind das schlichte Design des Clients und die einfache Listung des umfangreichen Befehlsspektrums. Sonderfeatures wie Befehlsergänzung und Rechtschreibkorrektur funktionieren nicht alle so wie sie sollten. Sehr gut wiederrum gelungen ist die Parallelverbindung zu diversen Servern. Mit der kann man theoretisch zu beliebig vielen Servern eine Verbindung aufbauen, ohne dass es juckt. Spyware-frei ist das Ganze, doch verbraucht es ca. 6-mal soviel Arbeitsspeicher wie das konventionelle mIRC. Doch bei moderaten 13MB bleibt es im Rahmen des Aushaltbaren. Im Großen und Ganzen also eine gelungene Alternative zu mIRC und den kostenpflichtigen Kollegen von Nettalk. Zu bekommen ist die neueste Version von Nettalk auf www.ntalk.de .